ThriveCart launcht Thrive Academy: Das Ende von „Kurs hier, Community dort“?

Chantal Spatzier
Webdesignerin & ThriveCart-Nutzerin seit 2021
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    9 Min. Lesezeit
  • 29. Mai 2026

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Wer im Online-Business Kurse verkauft, kennt das Problem: Du baust deinen Kurs auf Plattform A, deine Community lebt auf Plattform B, und deine Studierenden jonglieren zwischen zwei Logins, zwei Apps und zwei Welten. Das kostet Engagement und damit bares Geld.

ThriveCart hat das offenbar selbst erkannt. Im Mai 2026 haben sie reagiert – mit dem wohl größten Produkt-Launch in ihrer Geschichte: Thrive Academy ist jetzt live.

Was ist Thrive Academy überhaupt?

Thrive Academy ist keine Überarbeitung des bekannten ThriveCart Learn. Es ist ein komplett neues Produkt. Es ist eine native Lern- und Community-Plattform, die direkt in ThriveCart integriert ist.

Der entscheidende Unterschied zum Wettbewerb: Bei den meisten Kursplattformen ist der Kurs das Herzstück, und die Community ist ein nachträglicher Zusatz. Bei Thrive Academy ist es genau umgekehrt. Die Community ist das Produkt. Die Kurse leben darin.

Das klingt nach einem kleinen Unterschied, ist aber in der Praxis ein riesiger. Deine Studierenden landen nicht in einem nüchternen Kursplayer. Sie landen in deiner gebrandeten Community.

Was kann die Plattform konkret?

Hier ein Überblick über die wichtigsten Features zum Launch:

Für dich als Creator

  • Dashboard mit Echtzeit-Überblick: Kursabschlüsse, neue Einschreibungen, Diskussionen – alles live auf einen Blick
  • Drag & Drop Kurserstellung mit Blueprints (vorgefertigte Modul-Strukturen), Templates und verschiedenen Layouts
  • Video-Hosting direkt auf ThriveCart – kein externes Tool mehr nötig
  • Drip-Content: zeitbasiert oder datumsspezifisch
  • Bulk-Management für Inhalte
  • Versions-Kontrolle: Du kannst jederzeit auf frühere Kursversionen zurückgehen
  • KI-Unterstützung bei der Kurs-Outline-Erstellung (optional – wer kein KI mag, muss es nicht nutzen)
  • Moderationstools und Spam-Schutz

Für deine Studierenden

  • Eine Community als Heimat, nicht ein isolierter Kursplayer
  • Gamification: Leaderboards, XP-Punkte, Streaks und Badges – damit Lernen zur Gewohnheit wird
  • Direktnachrichten zwischen Community-Mitgliedern
  • Fortschrittsanzeige, Zertifikate und Lesezeichen
  • Kein separater Login – ein Account für alle Kurse und Communities
  • Mobile-first Design: vollständig optimiert für Smartphones

Was ist Gamification eigentlich? Gamification bedeutet, spieltypische Elemente (Punkte, Abzeichen, Ranglisten, Streaks) in einen nicht-spielerischen Kontext zu übertragen. Das bekannteste Beispiel dürfte Duolingo sein: Die Sprach-Lern-App mit der grünen Eule hat mit genau diesen Mechanismen Millionen Menschen dazu gebracht, täglich Spanisch oder Französisch zu üben. Das Prinzip funktioniert und genau deshalb setzt Thrive Academy darauf.

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Einen Punkt solltest du aber im Hinterkopf behalten, wenn du im DACH-Raum Kurse mit Bildungscharakter anbietest: Wer eine staatliche Zulassung oder ZFU-Anerkennung (Zentralstelle für Fernunterricht) anstrebt oder bereits hat, sollte prüfen, inwiefern Gamification-Elemente mit den entsprechenden Anforderungen vereinbar sind. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber es lohnt sich, die eigene Situation vorher zu klären.

Spaces – die Bausteine jeder Community

Jede Community wird um sogenannte Spaces herum gebaut. Das sind dedizierte Bereiche für verschiedene Zwecke. Standardmäßig dabei: Q&A, Ankündigungen, Kursbereich, Ressourcen-Hub, Quiz-Hub und ein Lounge-Bereich.

Für wen ist das interessant?

Für alle, die aktuell:

  • Kurse auf Kajabi, Teachable, Thinkific oder ähnlichen Plattformen betreiben
  • ihre Community separat auf Circle, Skool oder Discord verwalten
  • ThriveCart Learn oder ThriveCart Learn Plus nutzen und sich mehr wünschen
  • neu ins Online-Business einsteigen und von Anfang an alles an einem Ort haben wollen

Was kostet das? (inkl. Vergleich mit Ablefy & Coachy)

Das ist der Teil, der aufhorchen lässt – besonders wenn man den deutschsprachigen Markt im Blick hat.

Thrive Academy Pläne

Plan Preis / Monat Highlights
Starter $37ca. €34 · 20 % Rabatt bei Jahresabo Bis 2.000 Mitglieder, bis 10 Communities
Scale $97ca. €90 · 20 % Rabatt bei Jahresabo Unbegrenzt alles, White-Label-Branding, KI-Analytics

Bei jährlicher Zahlung gibt es zusätzlich 20 % Rabatt.

Ablefy im Vergleich

Ablefy (ehemals Elopage) ist im DACH-Raum eine der bekanntesten Plattformen für digitale Produkte und Kurse. Die Preise (netto, monatlich):

Plan Preis / Monat (netto) Transaktionsgebühren
Essential 3.0 € 39 7,5 % + € 1,00 pro Verkauf (pauschal)
Advanced 3.0 € 69 ab 1,0 % + € 0,50 (Preismatrix)
Pro 3.0 € 129 ab 1,0 % + € 0,50 (Preismatrix)
Premium 3.0 € 549 ab 1,0 % + € 0,50 (Preismatrix)

Dazu kommen Transaktionsgebühren und das ist der entscheidende Punkt. Beim Essential-Plan fallen pauschal 7,5 % + €1,00 pro Transaktion an. Bei höheren Plänen gibt es eine Preismatrix, die mit steigendem Umsatz sinkt, aber selbst im besten Fall zahlst du noch zusätzliche Gebühren pro Verkauf.

Thrive Academy erhebt keine Transaktionsgebühren. Du zahlst einen Fixpreis – fertig. Wer regelmäßige Verkäufe macht, wird schnell merken, dass dieser Unterschied erheblich ist.

Wann ist Thrive Academy günstiger als Ablefy? Bereits ab dem ersten Verkauf, wenn du Transaktionsgebühren miteinrechnest. Beispiel: Beim Essential-Plan von Ablefy (€39 + 7,5 % + €1/Verkauf) und einem Kurs für €197 kostet dich jeder Verkauf €15,78 an Transaktionsgebühren. Nach nur fünf Verkäufen im Monat hast du allein daran mehr ausgegeben als eine Thrive-Academy-Starter-Lizenz.

Außerdem bietet Thrive Academy native Community- und Gamification-Features, die bei Ablefy schlicht nicht vorhanden sind. Den vollständigen Zahlen-Vergleich habe ich in meinem ThriveCart vs. Ablefy Vergleich aufgedröselt.

Coachy im Vergleich

Coachy ist eine deutsche Kurs-Plattform, die besonders bei Einsteigern beliebt ist. Simpel, auf Deutsch, DSGVO-konform. Die Preise (bei jährlicher Zahlung):

Plan Preis / Monat (Jahresabo) Besonderheit
Premium € 35 1 Kurs, Basis-Funktionen, keine eigene Domain
Enterprise € 195 Team-Funktionen, Zapier, YouTube Livestreams

Der Preis sieht vergleichbar aus, aber der Funktionsumfang ist ein ganz anderer. Coachy ist ein reines Kurs- und Mitgliederbereich-Tool ohne integrierte Community-Features, ohne Gamification, ohne nativen Checkout-Funnel und ohne Video-Hosting auf Enterprise-Level. Wer bei Coachy vergleichbare Funktionalität zusammenstellen will, braucht zusätzliche Tools (z. B. Digistore24 oder CopeCart für Payments, eine separate Community-Lösung wie Discord).

Wann ist Thrive Academy die bessere Wahl als Coachy? Sobald du mehr willst als einen einfachen Mitgliederbereich – also Community, Gamification, integriertes Checkout-System und skalierbare Funnel. Wer gerade erst startet, nur einen einzigen Kurs verkauft und eine rein deutschsprachige Oberfläche braucht, für den kann Coachy nach wie vor ausreichen.

Internationaler Überblick auf einen Blick

Was passiert mit ThriveCart Learn & Learn Plus?

Kurze Antwort: Nichts – wenn du nichts tun willst.

Learn und Learn Plus bleiben bestehen. Wer eine Lifetime-Lizenz hat, behält diese. Die Migration zu Thrive Academy ist vollständig freiwillig. Kurse, Studierende und Einschreibungen werden bei einer Migration automatisch übertragen – nichts ändert sich für deine Studierenden, bis du selbst den Schalter umlegst.

Ein ehrlicher Punkt: Die Enttäuschung für Learn Plus-Nutzer

Es wäre unfair, das zu übergehen: Viele Learn Plus-Nutzer haben gehofft, dass Thrive Academy als kostenloses Upgrade auf ihre Lifetime-Lizenz obendrauf kommt. Diese Erwartung ist verständlich. Man hat einmalig bezahlt und erwartet, dass die Plattform mitwächst.

Die Realität: Thrive Academy ist ein eigenständiges, separates Produkt mit eigener Infrastruktur und kostet extra. Ist das enttäuschend? Für einen Teil der Community schon. Ist es nachvollziehbar? Ja, gerade wenn man bedenkt, was Video-Hosting, Community-Server und Gamification-Backend an laufenden Kosten bedeuten, die über eine einmalige Lizenzgebühr nicht finanzierbar sind. ThriveCart versucht diesen Unmut mit großzügigen Einstiegsangeboten abzufedern.

Besondere Angebote für bestehende Nutzer:

  • Learn-Nutzer: 2 Monate kostenlos + 1 Bonusmonat für das Teilen in Social Media = bis zu 3 Monate gratis
  • Learn Plus-Nutzer: 4 Monate kostenlos + 2 Bonusmonate für Social Sharing = bis zu 6 Monate gratis (Wert: bis zu $291)
  • Neue ThriveCart-Nutzer: 14 Tage kostenlos testen

Was kommt noch? (Roadmap)

ThriveCart hat bereits angekündigt, was als nächstes in der Pipeline ist:

  • 📱 Native Mobile App (als White-Label oder über SDK)
  • 🎥 Live-Video-Klassen direkt in der Community
  • 🛒 Community-Upsells & Empfehlungs-Engine – mehr deiner eigenen Produkte verkaufen, ohne die Plattform zu verlassen
  • 🤖 Thrive AI – KI-Assistent, Autoresponder, SMS-Funktionen, Design-Studio (alles opt-in)
  • 💰 Adaptive Pricing – automatische Währungsanzeige basierend auf dem Standort des Nutzers
  • 📊 Merchant of Record-Lösung – ThriveCart übernimmt die komplette Steuerabwicklung weltweit
  • 🔄 Retention Offers – automatische Rabattangebote bei drohender Kündigung

Merchant of Record: Das Killer-Feature für den DACH-Markt?

Dieser Punkt verdient eine eigene Sektion, weil er im deutschsprachigen Raum besonders relevant ist.

Was ist ein Merchant of Record überhaupt? Wenn du als Online-Business-Inhaber Produkte verkaufst, bist du normalerweise selbst für die korrekte Steuerabwicklung verantwortlich – Mehrwertsteuer in Deutschland (19 %), Österreich (20 %), der Schweiz und in jedem weiteren Land, in das du verkaufst. Das ist mit steigendem internationalem Umsatz schnell ein bürokratisches Monster.

Ein Merchant of Record (MoR) übernimmt diese Rolle für dich: Die Plattform tritt gegenüber dem Käufer als offizieller Verkäufer auf, kümmert sich um die Steuerberechnung, Rechnungsstellung und Abführung an die jeweiligen Behörden weltweit – du bekommst deinen Anteil ausgezahlt, ohne dich mit MwSt.-Registrierungen in dutzenden Ländern herumschlagen zu müssen.

Warum ist das für den DACH-Markt so relevant? Genau dieses Modell ist einer der Hauptgründe, warum viele deutsche und österreichische Online-Unternehmer bei Ablefy geblieben sind – oder dahin gewechselt haben. Ablefy bietet ein Reseller-Modell an, bei dem Ablefy als Verkäufer auf der Rechnung steht und die steuerliche Verantwortung übernimmt. Das hat seinen Preis (höhere Transaktionsgebühren), ist aber für viele die einfachste Lösung, um rechtssicher international zu verkaufen, ohne einen Steuerberater in jedem Land zu brauchen.

ThriveCart kündigt an, zunächst die automatische Steuererhebung und -abführung einzuführen und später eine vollständige MoR-Lösung anzubieten. Wenn das kommt, fällt eines der letzten Hauptargumente für Ablefy im direkten Vergleich mit ThriveCart weg. Das dürfte im DACH-Markt für einige Bewegung sorgen und ist ein Feature, das ich aktiv im Auge behalten werde.

Meine Einschätzung

ThriveCart positioniert sich hier sehr mutig: weg vom reinen Checkout-Tool, hin zu einer All-in-One-Plattform für Creator-Businesses. Das ist kein kleines Update – das ist ein strategischer Richtungswechsel.

Was mich überzeugt: Der Preis ist fair, die Integration mit dem bestehenden ThriveCart-Checkout ist ein echter Vorteil, und die Roadmap, insbesondere die Merchant-of-Record-Ankündigung zeigt, dass das Team genau weiß, wo es im internationalen Markt punkten kann.

Was ich noch beobachte: Thrive Academy ist noch jung. Mobile App, Live-Klassen und MoR sind noch in Entwicklung. Wer auf eine ausgereifte Plattform mit jahrelanger Iteration hofft, sollte die ersten Monate abwarten.

Für Early Adopter und alle, die ohnehin ThriveCart nutzen, ist das ein klares Ja. Meine kompletten ThriveCart Erfahrungen der letzten zwei Jahre findest du hier.

Jetzt selbst ausprobieren

Thrive Academy ist seit Mai 2026 offiziell live. Aktuell läuft noch das Intro-Angebot mit 4 kostenlosen Monaten. Gültig bis 17. Juni 2026:

(14 Tage kostenlos testen für neue Nutzer – keine Kreditkarte erforderlich)

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Channi

Ich bin Mompreneurin, DIY-Website Cheeleaderin, Automatisierungs- und Skalierungsfan. Seit Anfang 2022 bestreite ich selber das Abenteuer Online Business und helfe dir mit meiner Erfahrung aus dem Bereich Webdesign und Prozessautomatisierung.

Plattform Ab / Monat Community Gamification Nativer Checkout
Kajabi ~$150
Circle ~$89 teilweise
Skool $99
Ablefy €39+ TX-Gebühren
Coachy €35 extern